Heute stand nach dem Jura-Weinort Seyssel der Grande Colombier auf dem Plan. Der Gipfel liegt bei einer Höhe von 1531m im Jura. Bekannt ist die Passüberquerung vor allem auch durch viele Radtouren die über ihn führen. Dabei zählt die Überfahrt zu einer der anspruchvollsten für die Radrennfahrer.

Der Einstieg zur Bergfahrt erfolgt vom kleinen Weinstädtchen Seyssel. Das Städtchen hat einen, wenn auch kleinen, engen und gemütlichen Stadtkern. Wir fanden mühsam, dafür aber genau im Zentrum, einen kleinen Parkplatz, der aber auf 60 Min. begrenzt war. Da wir etwas essen wollten und die Gendarmerie nationale recht umtriebig war, wollten wir die Parkzeit auch nicht überziehen. Sie schienen ohnehin nicht begeistert gewesen sein, dass wir einen der Pkw-Parkplätze belegten. Ändern konnten sie es aber nicht, denn hier fehlte mal der Balken über der Parkplatzeinfahrt, wodurch wir ihn auch nutzen konnten. Also beschränkten wir uns auf einen kleinen Spaziergang und ein schönes Bäckerbaguette. Dann ging es weiter in Richtung Grand Colombier. Für fuhren nicht, wie es unser Navy vorgab, sondern nach einer Ausschilderung. Die Straßen waren eng, der Rand blieb ungesichert, die Blicke ins Tal waren dafür umwerfender. Von hier nimmt die Rhone ihren Weg in Richtung Mittelmeer, wo wir sie in ca. 3 Wochen wieder treffen werden.

Mit unserer Wahl der Auffahrt taten wir gut, wie sich später herausstellen sollte. Auf ungefähr der Hälfte der Bergauffahrt trafen wir nämlich auf die ausgebaute D 120, die bei weitem nicht soviel Abenteuercharakter hatte wie die unsrige. Auf dem Colombier wehte ein straffer Wind, der uns automatisch an die Überquerung des Mont Ventoux in der Provence erinnerte.

Nach tollen Serbendienen und weiteren Kilometern durch das Beaujolais begrüßte uns ein kräftiger Platzregen an der Domaine Paire. Dem sehr schön angelegten Stellplatz machte dieser keinen Abbruch. Bevor wir uns noch  aufmachen konnten, um uns beim Winzer anzumelden, hatte sich dieser schon zu uns auf den Weg gemacht. Wir vereinbarten natürlich einen Zeitpunkt für eine Weinprobe.

Jean-Jacques Paire hatte aber noch mehr als seine Weine zu präsentieren, denn er hat einen Teil seines alten Gutes und Kellers zu einem privaten Weinbaumuseum umgewandelt. Alte Arbeitsgeräte, eine Sammlung von Holzschuhen und eine Korkenziehersammlung  sind im Probierkeller und dem anschließenden Verkaufsraum wunderschön angeordnet.

 

 

Ein mehrfach ausgezeichneter Rotwein hatte es uns dann auch wieder angetan. Endlich wurde mal meine Beaujolais-Weinantipatie zunichte gemacht. 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen schien dann auch wieder die Sonne und wir konnten wie gewohnt starten.