Tag 3: Klein-Rosenburg - Salzwedel

Dienstag 14.06.16

 

 

Ziel des heutigen Abschnittes war Magdeburg. Für mich war Magdeburg nicht nur die Kaiserpfalz von Otto I und seine Frau Editha, Otto von Guericke und die reiche Geschichte der über 1000 Jahre alten Stadt. Ich lies zugleich einige Erinnerungen wach werden, da ich von 1970-72 hier meinen ersten Beruf erlernte. Ich war schon etwas gespannt wie sich die Stadt seit damals verändert hat und was ich so wiedererkennen würde. Wie es so ist, fahren wir über eine mir total unbekannte Einfallstraße in die Stadt. An das eine oder andere konnte ich mich am Rand dennoch erinnern und als wir in Richtung Stadtkern abbiegen mussten, glaubte ich meinen Augen nicht zu glauben. Wir fuhren direkt an meinem ehemaligen Internat auf dem Editharing vorbei. Es mag etwas komisch klingen, aber dabei wurde ich sogar etwas melancholisch. Jetzt konnte ich mich sogar aus meinen Erinnerungen weiter orientieren und wir fanden den geplanten Parkplatz an der Elbuferstraße problemlos. Zu Fuß über die Fußgängerbrücke und schon befanden wir uns im historischen Bereich hinter der früheren Karl-Marx-Allee. Die Erinnerung führte uns an der Johanneskirche vorbei in Richtung alten Markt. Hier findet man eines der Wahrzeichen der Stadt, den goldenen Reiter.

Da ich es vor 46 Jahren in zwei Jahren meiner Ortsanwesenheit nicht geschafft hatte den Geschichtsdenkmalen der Stadt etwas Aufmerksamkeit zu gönnen und diese zu besuchen, wollten wir dies nun nachholen. Vorbei am Kloster der lieben Frauen, welches im Jahr 1129 fertiggestellt wurde. Nachdem der Magdeburger Erzbischof Norbert von Xanten das Kloster Unser Lieben Frauen dem von ihm gegründeten Orden der Prämonstratenser übertragen hatte verließen die letzten Prämonstratenser das Kloster um 1632. Heute ist es wieder unter ihrer Obhut, dient aber nicht wieder als Kloster. Ein großer Teil dient als Museum für internationale zeitgenössische Kunst.

Natürlich statten wir auch der Grabstelle des ersten deutschen Kaisers des Heiligen Römischen Reiches, Ottos I. einen Besuch ab. Da es uns speziell auch in Frankreich in jede Kirche zieht, in unserem Fall aber nicht aus religiösen Gründen sondern mehr aus architektonischen und geschichtlichen Gründen war die Verwunderung für mich schon relativ groß, als ich erfuhr das der Dom heute evangelisch ist. Seine Ursprünge gehen zurück in das Jahr 937, als Otto I. ein Kloster zu Ehren des Heiligen Mauritius gründete, dessen Kirche er ab 955 erweitern und im Jahr 968 zur Kathedrale (Sitz eines kirchlichen Erzbischofs) erheben ließ. Seit dem Jahr 1567 ist der Dom evangelisch und heute eine evangelische Bischofskirche.

Wir schlenderten dann noch etwas über die ehemalig "Karl-Marx-Allee". Ich konnte meiner Frau einiges aus "der guten alten Zeit" erzählen, was ich so wiedererkannte. Das neue Hundertwasserhaus gehörte  freilich nicht dazu und ist bei seiner genaueren Besichtigung auch etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Abschluss ging es noch über den alten Markt, da auch gerade Markttag war konnten wir uns gleich noch mit dem nötigsten was wir brauchten eindecken. Wir gönnten uns noch etwas am Imbisstand und dann ging es wieder zurück zum Womo und weiter zum historischen Schiffshebewerk Rothensee, welches man heute natürlich in Verbindung mit dem gigantischen Wasserstraßenkreuz Magdeburgs betrachten muss. Damit existiert eine direkte Verbindung zwischen Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal, das Kernstück bildet dabei die mit 918 Metern größte Kanalbrücke Europas.

Am Nachmittag ging es dann weiter gen Norden. Unser geplanter Nachtstandort musste nach einem erfolgten Anruf verschoben werden, da laut Auskunft des Bauern der Dauerregen die Auffahrt zu sehr aufgeweicht hatte, so dass es fraglich war ob wir diese überwinden könnten. Also blick in die Unterlagen und wir beschlossen gleich bis Salzwedel durch zu fahren.